11. Dezember

Am folgenden Tag steht der nächste Punkt von Luces Weihnachtsliste auf dem Plan. Nach der Schule gehen die vier Freunde zunächst einkaufen und anschließend gemeinsam zu Sam. Sie wollen heute Kekse backen, wofür sie noch einige Zutaten brauchen. Dafür ist seine Küche am besten geeignet, die viel Arbeitsfläche bietet und sogar einer Kochinsel in der Mitte hat. Darauf legen sie nun die ganzen Einkäufe ab, bevor sie ihre Schuhe und Jacken ausziehen.
„Wie viele Kekssorten habt ihr geplant?“, fragt Jacob mit hochgezogener Augenbraue, als er sieht, wie Amara und Luce ein paar Seiten in verschiedenen Kochbüchern öffnen.
„Nur Sechs.“, gibt Luce abwesend die Antwort.
Sie überlegt bereits, mit welchem Teig sie am schlauesten anfangen.
„Sechs?!“, erwidert Jacob entsetzt.
Er guckt Sam mit weit aufgerissenen Augen an, der seinen Blick entgeistert, aber amüsiert erwidert.
„Ja, Vanillekipferl, Marmeladenkekse, Zimtsterne, Honigkekse, Schoko-Bananen-Kekse und so ganz klassische, die wir nachher mit Schokolade verzieren können.“, zählt Amara motiviert auf.
„Am besten machen wir als erstes die Teige für die Zimtsterne und die Honigkekse. Die müssen anschließend etwas im Kühlschrank ruhen.“, schlägt Luce nun vor.
Leise stöhnend geben sich die Männer geschlagen und die Vier fangen an, zu backen. Dabei geben Luce und Amara ihren Freunden die meiste Zeit Anweisungen, die dann etwas mürrisch ausgeführt werden. Als die Teige jedoch fertig sind und es ans Ausstechen sowie Formen geht, haben auch Sam und Jacob mehr Spaß daran. Sie alle machen sich die Hände schmutzig, was sie jedoch nicht davon abhält, sich gegenseitig anzufassen.
Schließlich werden Luce und Amara von ihren Freunden durch die Küche gejagt, die ihre mit Teig verklebten Finger hochhalten.
„Hab ich dich!“, ruft Jacob aus, als es ihm gelingt, seine Arme von hinten um Luce zu schließen.
Er hat sie mit einem Arm an seinen Körper gepresst und fährt ihr mit der anderen Hand durch das Gesicht. Sofort bleibt der Teig überall hängen. Luce windet sich in seiner Umklammerung, bevor sie sich schließlich schwunghaft umdreht. Das war jedoch nicht ihre schlauste Idee. Jacobs Hand ist dabei in ihre Haare gerutscht und hängt nun dort fest.
„Mist, nein!“, flucht Luce, während sie versucht, Jacobs Finger und den Teig aus ihren Strähnen zu entfernen.
„Sorry, Schatz.“, erwidert er, wobei er sein Grinsen nicht wirklich verbergen kann.
Daraufhin funkelt Luce ihn gespielt böse an, was Jacob nur noch mehr zum Lachen bringt.
„Du bist niedlich, wenn du versuchst, sauer zu sein, obwohl du es nicht bist.“, sagt er lachend, wobei er sie wieder in seine Arme zieht.
Dann lehnt er sich zu Luce hinunter und gibt ihr einen langen, sanften Kuss, den sie zu gerne erwidert. Er hat natürlich recht, dass sie ihm wegen so etwas nicht böse sein kann. Eigentlich fand sie es selber ganz witzig.
Gerade als die beiden sich wieder voneinander lösen, kommen Sam und Amara in die Küche. Amara war aus dem Raum geflohen, weshalb Sam ihr sofort gefolgt war. Sam trägt ein breites, schelmisches Grinsen im Gesicht, was Luce und Jacob erst nicht verstehen, bis sie Amara sehen. Sie sieht noch deutlich schlimmer aus als Luce. Sam hat ihr mit dem Teig Ringe um die Augen gemalt und zwei Punkte auf die Wangen, wie bei einem Clown. Als sie das sieht, muss auch Luce lachen, wodurch Amaras Miene nur noch finsterer wird.
Sie schlängelt sich an Sam vorbei und geht direkt zum Waschbecken, wo sie sich den Teig vom Gesicht wäscht. Als sie fertig ist, tut Luce es ihr gleich.
„Dafür bekomme ich nachher den ersten Keks!“, verlangt Amara anschließend.
Keiner widerspricht ihr, der Anblick war einfach zu witzig gewesen. Da hat sie eine Belohnung verdient.
Einige Stunden später sind die vier Freunde schließlich fertig und Amara probiert den ersten Keks, bevor sie es sich im Wohnzimmer gemütlich machen…

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